Das COME IN!
am Moorfleeter Deich

Der Aufenthaltsraum

Terrasse und Garten

Das COME IN!

Oliver Voß-Jeske,

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Leiter des COME IN!

Im COME IN!, der Fachklinik für suchtkranke Jugendliche, werden seit über 20 Jahren Jungen und Mädchen im Alter von 12 bis 18 Jahren dabei unterstützt, ihre Drogen- und Alkoholprobleme zu überwinden und psychische und soziale Beeinträchtigungen zu bearbeiten.

Die Behandlung in der Fachklinik hat sich über die Jahre den veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen angepasst und vereinigt verschiedene pädagogische und psychotherapeutische Ansätze. So steht auf der einen Seite das Eingebundensein in die therapeutische Gruppengemeinschaft, die den schrittweisen Aufbau von Sicherheit und Vertrauen, sowie das Lernen aus den Erfahrungen der „älteren“ Jugendlichen möglich macht. Auf der anderen Seite wird durch psychotherapeutische Einzelgespräche und pädagogische Bezugsarbeit der Individualität jedes Einzelnen Rechnung getragen.

Die Jugendlichen, die in ihrem kurzen Leben schon vielfach schlimme Erfahrungen, bittere Enttäuschungen und Traumatisierungen durch litten haben, finden im COME IN! einen Ort, an dem sie frei von Drogen und Gewalt, die Chance haben, zu sich zu kommen, sich mit ihrer Geschichte, ihrem Drogenkonsum oder auch mit den Konsequenzen ihrer Straftaten auseinanderzusetzen. Sie haben so die Möglichkeit, die meist durch missliche familiäre sowie soziale Rahmenbedingungen und den oft schon im Kindesalter begonnenen Drogenkonsum versäumten Entwicklungsschritte nachzuholen.

Die Behandlung im COME IN! lässt sich in zwei Phasen aufteilen, die jeweils bis zu einem Jahr dauern können. Der Aufenthalt beginnt mit der Rehabilitationsphase, in der die „Drogenentwöhnung“ im Vordergrund stehen und die Jugendlichen dabei unterstützt werden, ihre suchtypischen Verhaltensmuster abzulegen alternative Konfliktbewältigungs-Strategien aufzubauen und (oft erstmals) eigene Ressourcen zu entdecken. Auch geht es in dieser Phase darum zu lernen Strukturen einzuhalten, Werte zu entwickeln, das Durchhaltevermögen zu stärken sowie die soziale Kompetenz auszubauen, um so die Basis für eine langfristige Abstinenz zu schaffen.

Viele gehen anschließend in die Reintegrationsphase. Hier liegt der Schwerpunkt darauf gelegt, dass die Heranwachsenden durch externe Schulbesuche, Praktika oder Ausbildung zunehmend eigenständig die Herausforderungen des Alltags zu meistern lernen, um die Grundlage für eine selbstbestimmte Zukunft zu legen. Insgesamt profitierten die Mädchen und Jungen von der von verschiedenen Berufsgruppen getragenen, integrativ ausgerichteten Therapie mit hausinterner Schule, dem ressourcenaktivierenden und selbstwertfördernden ergo- und arbeitstherapeutischen Angebot, der intensiven pädagogischen Betreuung, Sportangeboten, medizinischer Versorgung sowie kreativer Freizeitgestaltung.

Bislang sind im COME IN! über 800 Jugendliche, überwiegend aus dem Großraum Hamburg, aber auch aus dem gesamten Bundesgebiet, behandelt worden. Vielen dieser jungen Menschen ist es gelungen, ihren Schulabschluss nachzuholen und eine Ausbildung zu machen. Begleitet wurde das COME IN! über all die Jahre von „Licht im Schatten“. „Die Damen“, wie sie die Jugendlichen liebevoll nennen, engagieren sich sehr persönlich mit großem Interesse und Empathie. Es würde den Rahmen sprengen, alle die durch „LiS“ ermöglichten positiven Erlebnisse aufzuzählen. Wir sind froh und dankbar für die langjährige freundschaftliche Verbundenheit von „Licht im Schatten“ mit unserer Klinik und den hier behandelten Jugendlichen.